Dienstag, 1. Dezember 2015

Wie alternativlos sind GMail und die Google Suche?

Bevor ich beginne, nach Alternativen zu suchen, mache ich mir zunächst einmal eine Übersicht: Wie viel Google nutze ich momentan denn überhaupt? Anschließend betrachte ich mögliche Alternativen und überlege mir, welche Konsequenzen ein Wechsel haben würde.

Auf Twitter stoße ich über diesen Artikel auf irishtimes.com, der meine Vermutungen bestätigen: Es wird eine Abwägungssache zwischen Datenschutz und Bequemlichkeit. Ich weiß noch nicht, wie weit ich gehen will, aber sich der Sachen bewusst zu werden kann schon mal nicht schaden. Folgende Thesen merke ich mir aus dem Artikel:
  • Alle Daten, die ich an Google übermittele, bleiben dort. Für immer. Auch wenn ich sie lösche, darf (und wird?) Google Kopien davon behalten und möglicherweise weiter nutzen. Dem muss man sich leider bewusst sein.
  • Google wertet die Daten nicht nur selber aus, sondern teilt sie (und die Ergebnisse der Auswertungen) gegebenenfalls auch mit Drittfirmen und der NSA
  • "Sie haben nichts zu verbergen? Dann geben Sie mir doch mal Ihr E-Mail Passwort, damit ich ein wenig in Ihrer privaten Kommunikation stöbern kann"; so das sinngemäße Zitat von Mr Greenwald
Doch schauen wir uns die Nutzung doch zunächst einmal an. Ich stelle mir jeweils die folgenden Fragen:
  1. Welche Dienste nutze ich?
  2. Vor- und Nachteile (aus meiner Sicht)?
  3. Welche Alternativen gibt es? Welche Einbußen muss ich durch den Wechsel hinnehmen ?Bauchschmerz-Faktor beim Wechsel?
Eine letzte Anmerkung noch vorweg - ich nutze die Dienste parallel auf mehreren Endgeräten, habe ein Android-Smartphone und synchronisiere Dienste wie Adressbuch und Kalender, zum Teil auch mit anderen Personen. Diese Anforderung an die Dienste muss natürlich bei der Suche nach Alternativen berücksichtigt werden. Nun geht es aber los.

1. GMail (mit Adressbuch und Kalender)

GMail ist Googles E-Mail Dienst. Ich nutze die traditionelle Variante. "Inbox by GMail" empfinde ich im privaten Bereich als unpraktisch und unübersichtlich - das mag aber Typsache sein.

Vorteile:

  • Speicherplatz - aktuell 15GB sind mehr als genug im privaten Umfeld
  • Durchsuchbarkeit - die Suche ist schnell und treffsicher, egal wo der Suchbegriff in der Mail auftaucht)
  • Verfügbarkeit - die App ist schnell, auf jeden Gerät verfügbar, anpassbar (aus Ästhetik spielt für mich eine Rolle), einfach benutzbar (Drag & Drop, Copy/Paste auch mit Bildern). Alles im Browser - mit der Performance einer Desptop-Anwendung. TOP!

Nachteile:

  • Pflicht-Kategorien (Soziale Netze, Werbung, etc.) lassen sich nur verbergen - aber nicht wirklich entfernen
  • Durchsuchbarkeit - was so schnell geht ist auch gut indiziert bzw. "durchgescannt".. ;)
  • Erinnerungsfunktion nur in "Inbox by GMail" integriert. Naja, vielleicht kommt das ja noch.

Alternativen:

Sichere Mailanbieter wie Posteo.de oder Mailbox.org werben mit Datenschutz und Sicherheit. Für sensible Kommunikation eine absolute Alternative! Leider können für mich die Webmailer nicht mithalten und auch die Synchronisierbarkeit des Kalenders und Adressbuchs bringt zusätzliche Schwierigkeiten, Probleme oder Risiken (Datenverlust) mit sich.

Meine Entscheidung:

Für mich war der entscheidende Show-Stopper zum (kompletten) Wechsel die gemeinsame Nutzung des Kalenders. Hier funktioniert Google mit Google zusammen einfach am besten - Bequemlichkeit siegt über Datenschutz. Parallel zu GMail nutze ich Posteo als sichere Alternative. Mailbox.org hat zwar einen noch größeren Funktionsumfang, auf den viele zu recht schwören, aber mir gefällt der Aufbau der Webseite irgendwie nicht. Rein subjektiv. Ich nutze PGP sowohl über GMail, als auch Posteo - jedoch ist die Zahl meiner Kontakte, die verschlüsselt mit mir kommunizieren sehr überschaubar (niemand). Und das, obwohl ich in meiner Signatur auf meinen PGP-Key verlinke. Brauche ich einen neuen Freundeskreis?

2. Google (Suchmaschine)


Die Suchmaschine von Google ist natürlich der De-Facto Standard was die Websuche angeht.

Vor- und Nachteile:

Die Google-Suche ist schnell, auf jedem Gerät verfügbar und sehr treffsicher. Geräteübergreifend werden Suchergebnisse ausgewertet und somit ein recht genaues Suchprofil erstellt. Wie bei den meisten Diensten kann dies sehr hilfreich, aber auch unerwünscht sein.

Alternativen:

Bing und Yahoo habe ich noch nie wirklich genutzt. Als datenschutztechnisch unbedenklichere Alternative wird häufig DuckDuckGo genannt. Die Suche ist recht ähnlich aufgebaut und liefert ebenfalls brauchbare Ergebnisse. Ein Wechsel an der Stelle kann aus meiner Sicht also recht schmerzfrei vollzogen werden.

Meine Entscheidung:

Eine Suchmaschine ist für mich ein Werkzeug, wie ein Schraubenzieher - ich brauche mich nicht auf einen beschränken. DuckDuckGo, welches ich überwiegend nutze, liefert mir brauchbare Ergebnisse, aber auch Bing oder Google nutze ich gelegentlich noch.

Montag, 17. August 2015

Bequemlichkeit und Datenschutz in der Generation Google

Es ist beinahe unfassbare 5 Jahre her, dass ich den letzten Post verfasst habe. Natürlich könnte ich jetzt schreiben "das wir ab sofort natürlich anders, jetzt gibt es wöchentliche Updates", aber wir wollen realistisch bleiben. Ich schreibe nur, wenn ich etwas veröffentlichungswürdiges im Kopf habe, nicht einfach nur, weil eine Woche (oder ein Monat .. oder ein Jahr) vergangen ist. Vielleicht kann ich die Frequenz dennoch wieder ein wenig erhöhen. Denn ich habe ein Thema im Kopf: "Bequemlichkeit und Datenschutz in der Generation Google".


Ich muss zugeben: ich liebe Google. Ich liebe fast alle seine Dienste und bin immer wieder neugierig, einen neuen Dienst ausprobieren zu können (Google+ mag ich nicht, aber das liegt denke ich eher an meiner generellen Social Media - Skepsis, als an dem Dienst ansich). Die Tools sind meist ihrer Zeit voraus, unglaublich intuitiv nutzbar, auf das wesentliche reduziert und verknüpfbar. Sie erleichtern mir das Leben und denken voraus - schön und schaurig zugleich.

Das ist jedoch auch genau der Knackpunkt - je mehr Google ich nutze, desto transparenter werde ich für Google. Habe ich etwas zu verbergen? Nein. Muss Google aber deswegen alles von mir wissen? Eigentlich auch nicht. Kann man seine private Kommunikation einem Unternehmen (oder Geheimdienst) bedenkenlos zugänglich machen? Wie seht Ihr das? Hängt ihr Eure Kontoauszüge und Arztbefunde an die Pinnwand eures Lieblingscafés? Wieso nicht? Habt ihr etwas zu verbergen?

Viele Dienste erscheinen auf den ersten Blick kostenlos und bieten einen unmittelbaren Mehrwert. Aber was im Hintergrund mit meinen Daten geschieht, ist nicht so transparent. Inwiefern zahle ich mit meinen Daten für die Dienste? Und welche Daten werden auf welche Art und Weise zusammengeführt? Aber noch wichtiger: Geht es überhaupt noch ohne Google? Welche Alternativen gibt es eigentlich und wie viel Komfort muss ich dafür opfern?

Das möchte ich im nächsten Post für GMail und die Google Suche testen und hier dokumentieren.


Dienstag, 14. September 2010

Eine beschauliche Bahnreise von Köln nach Düsseldorf



Es begab sich im August diesen schönen Jahres. Zum Antritt meines neuen Jobs musste ich bis zu meinem Umzug noch zwei Wochen von Köln nach Düsseldorf pendeln. Keine weite Entfernung sollte man meinen. Eine kurze Fahrt durch das beschauliche Rheinland, also überschaubar im Preis. Doch hier sollte ich mich täuschen.

So einfach ist es nämlich nicht mit dem Rheinland. Die Rivalität zwischen der Vorherrschaft am Rhein ist bekannt, der Kampf Kölsch gegen Alt ist allgegenwärtig. Dass sich zwischen diesen beiden Städten aber auch die Grenze zweier Verkehrsverbunde zieht, war mir neu. Düsseldorf gehört nämlich noch zum „VRR“, dem Verband Rhein-Ruhr, während sich ab Köln der „VRS“ - der Verband Rhein-Sieg – zieht. Damit nicht genug: Für den S-Bahn Verkehr zwischen den beiden Regionen ist nach wie vor die deutsche Bahn zuständig – Fahrscheine gibt es jedoch beim Automaten des Verbandes.


 „Genug der Verwirrung, auf nach Düsseldorf“, so das Motto. Also kaufte ich mir eine Wochenkarte für den immerhin doch stolzen Preis von 55,40 € am Automaten in Köln. Zahlen konnte ich per EC Karte, Preisstufe 5. Auf dem Fahrschein stand dann der Vermerk „Nur gültig mit eingetragener Nummer der Kundenkarte“.


„Hä, welche Kundenkarte“ dachte ich. Einen Verweis darauf gab es beim Verkauf nicht. „Naja, wird schon seine Richtigkeit haben“. Der Ansicht war der Kontrolleur in der S-Bahn leider nicht. „Bitte mal ihre Kundenkarte“. „Ich habe keine. Ich habe gerade diese Wochenkarte gekauft, ich habe kein Abo oder so“. „Dann mal bitte den Personalausweis. Macht 40 € wegen Schwarzfahren“. „Bitte!? Ich soll nicht ernsthaft noch 40 € zahlen.. Ich habe gerade 55,40 € für eine Wochenkarte gezahlt. Hier ist mein Beleg“. „Der ist ungültig ohne Kundenkarte. Klären Sie das mit dem Kundencenter, wenn Sie der Meinung sind, Sie seien im Recht“.


Der Herr im Kundencenter war dagegen erstaunlich kooperativ. „Da erzählen se mir nichts Neues, wir finden da auch bescheuert. Dennoch müssen wir anstatt der 40 € wenigstens 7 € Bearbeitungsgebühr erheben. Aber wegen der Sache stehen täglich 20 Leute hier.“


So einfach ist die S-Bahn Welt im Kundencenter am Hauptbahnhof Köln also. Zwei Punkte verstehe ich aber nach wie vor nicht:



  • Warum gibt der VRS Automat keinen Hinweis darauf, dass die zu erwerbende Karte in der Form keine Gültigkeit besitzt? Am Gleis bekomme ich die Kundenkarte nicht, aber Hauptsache der Automat nimmt EC.
  • Warum kaufe ich überhaupt eine Karte? In den zwei Wochen habe ich zwei Tickets gekauft (je 55,40 €) und wurde zwei mal kontrolliert. Hätte ich nur das Schwarzfahren gezahlt, hätte ich 30,80 € gespart (plus die 7 € Bearbeitungsgebühr).

Dienstag, 8. Dezember 2009

Jetzt oder nie - Ultramanie !!

Deutsche Fankurven sind fröhlich und laut, schrill und bunt. Für den neutralen Zuschauer immer wieder beeindruckend, die Fernsehbilder zu sehen, große Blöcke mit riesigen Choreographien. Von den Medien einerseits gehypet, andererseits niedergeschmettert. Doch wem verdanken wir diese Stimmung? Den treuesten der treuen, den Fans, die den Verein über alles lieben und mit ihm zur Not bis hinunter in die Kreisliga A gehen würden, den Ultras.




Doch stimmt das überhaupt? Wer sind Ultras? Was wollen Sie? Wollen Sie uns, und wollen wir Sie?

Der Begriff Ultra ist in meinen Augen schwer zu fassen. Ultras definieren sich selbst auch ganz unterschiedlich. Sie werden oft einfach als "fanatische Fans" gesehen, aber das alleine reicht nicht aus. Es ist eine feste Gruppierung, in sich geschlossen mit festen Strukturen und Hierarchien. Es gibt einen Capo, er steht mit den Rücken zum Spielfeld und sieht es als seine Aufgabe an, den Fanblock anzuheizen. Die Gruppe trägt keine Trikots, erst recht keine Kutten. Teilweise nichts, was auf den Verein schließen läßt. Entweder einfach schlichtes schwarz, oder etwas Gruppen-Internes, eine Ultra-Kollektion. Ultras sind gegen Kommerz, den modernen Fussball, Willkür bei der Vergabe von Stadionverboten und nicht-Traditionsvereine. Sie treffen sich, malen Transparente und bereiten Choreographien vor. Und sie sind keine Hooligans, auch wenn das die Medienlandschaft bis heute nicht richtig kapiert hat.

So weit so gut. Alles lobenswerte Ziele, gegen die ich im Prinzip nichts einzuwenden habe. In der 11Freunde Ausgabe vom Dezember 2008 wurde die Ultra Bewegung beschrieben, dabei ist mit der provokante Satz im Gedächtnis geblieben "Ultras machen die Stimmung in den Stadien kaputt". Damals konnte ich damit nichts anfangen, so langsam verstehe ich aber, was wohl gemeint sein muss..

In letzter Zeit gehen mir Ultras nämlich auch ziemlich auf den Nerv (man darf dabei sicher nicht alle in einen Topf werfen, aber die Tendenz geht in die Richtung). Die Ultra Bewegung verliert in meinen Augen das wesentliche Ziel aus den Augen: die Mannschaft zu unterstützen und mit den Fans gemeinsam für eine gute Atmosphäre zu sorgen. Pubertierende Jugendliche nennen sich Capo und stehen auf dem Podium im Block. Die ganze "Stimmung" wird angeleitet. Sie ist unabhängig vom Verlauf des Spiels (das der Capo ja ohnehin nicht sieht). Wenn situationsbedingt Fans mal wagen, etwas anzustimmen, wird es teilweise durch den Capo unterbunden, mit einer Geste, man möge ruhig sein. Dann leitet er ein Lied an, was aber gefälligst dann alle mitzusingen haben. Ist es ihm nicht laut genug oder machen nicht genug Leute mit (oder ist es davon unabhängig!?), brüllt er permanent in bester 9Live-Moderatoren-Manier mit hochrotem Kopf Sachen wie "lauter!!" - "was ist denn los mit euch??" - "wacht mal auf jetzt!!" in die eigenen Fans.

Ganz ehrlich, liebe Ultras: Ich bin mit leib und Seele mit dabei, gehe vielleicht länger zum Fussball, als ihr Jahre alt seid. Aber ich möchte gerne selber entscheiden, wann und was ich mitsinge und wie laut. Durch eine höher erzwungene Lautstärke kann ich beim besten Willen auch einfach keine bessere Stimmung im Block erkennen. Und es soll sogar Fans geben, die noch aufs Spielfeld gucken, und sich auch mal ärgern, wenn die Mannschaft den letzten Rotz zusammenkickt.

Wie glaubwürdig es ist, wenn 15jährige Ultras (seit einem halben Jahr dabei, seit 3 Monaten in der Pubertät) beschwören, für immer und ewig zur Mannschaft zu stehen, egal wie schlecht die Zeiten auch werden sollten, mag mal dahingestellt sein. So hat es sie sicher vor diesem halben Jahr auch nur durch völligen Zufall zu einem Verein getrieben, der im oberen Drittel der ersten Bundesliga steht.

Die Ultra Bewegung tut sich in meinen Augen keinen Gefallen damit, sich zunehmend von den herkömmlichen Fans zu distanzieren und gegen Sie zu arbeiten. Es sollte vielmehr das Ziel sein, wieder gemeinsam etwas für den Verein zu tun. In welcher Form auch immer, soll doch bitte jedem selbst überlassen bleiben. Sonst werden sich immer mehr Fans von den Ultras abwenden und die Stimmung tatsächlich - wie in der 11Freunde beschrieben - darunter leiden. Und das will doch eigentlich niemand.

Donnerstag, 15. Oktober 2009

Von dem Hufschmied, der auszog, einen Riesenhaufen Geld zu bekommen.

Deutschland ist ein Sozialstaat. Das bedeutet laut Wikipedia:
Ein Sozialstaat ist ein Staat, der in seinem Handeln soziale Sicherheit und soziale Gerechtigkeit anstrebt.
Wow, klingt das toll. Und das tolle ist, dass das auch stimmt. Wie folgender Reality-bericht beweist:

Die Geschichte beginnt in der Kleinstadt Düsseldorf. Ein junger Mann zieht in die Stadt, um eine Ausbildung zu beginnen, als Hufschmied. Er ist 27 Jahre alt, aber in Wirklichkeit gefühlte 21. Zuvor - und das war sein Fehler - lümmelte er nicht, wie alle Jungs in seinem Alter, 10 Jahre lang auf dem Sofa vorm TV herum (mag man RTL II glauben), sondern studierte Zahnmedizin. Da er nach seinem in 12 Semestern absolvierten Studium jedoch merkte, dass er Angst vor Zahnärzten hat, beschloss er aus seiner Liebe zu Pferden (und Pferdewurst im Besonderen) heraus, seinem Herzenswunsch nachzugehen, und Hufsschmied zu werden.

Im ersten Lehrjahr verdiente er 403,99 € Netto. "Nanu" entfuhr es ihm - "wie soll ich denn davon leben? Kostet doch mein WG-Anteil bereits 335 €. Der Mensch lebt nicht vom Stroh allein..". Recht hatte er, und so besann er sich seines Sozialstaates. "Geh ich halt zum Amt, da krieg ich BAB (Bundesausbildungsbeihilfe)", so die törichte Idee.

"Nein, nein, mein Herr. Immer ruhig mit den jungen Pferden. Sie kriegen kein BAB. Sie sind zu alt. Und zu schlau. Sie haben studiert, sie kleiner Lauser. Also weg hier. Geh Zähne bohren. Von uns gibts nix. Ich bin das Arbeitsamt, ich hab hier das sagen".

Traurig zog der Schmied von dannen. Wer sollte jetzt helfen? Eine gute Fee erschien und sprach: "Du Depp, es gibt doch noch die Arge. Geh halt da hin. Also nich aufgeben, wird schon".

"Gute Idee, Fee, danke." - "Hallo ARGE. Hier bin ich. Ich bin arm, gebt mir Geld. Die Fee hat's gesagt".

"Die Fee geht doch selber in die Suppenküche, weil sie nichts kriegt. Wir sind nicht zuständig. Du willst schließlich nicht arbeiten, dann kannste von uns auch nichts kriegen. Wir geben nur denen was, die arbeiten wollen". - "Aber ich arbeite doch Vollzeit.." - " Na und, is das unser Problem, du kleine Heulsuse? Es spielt keine Rolle, was du in deiner Freizeit machst.. Wenn du nich als Zahnarzt arbeiten willst, dann is das dein Bier".

Entmutigt verließ der Hufschmied auch die ARGE. "Menno. Scheiß Fee, toller Tipp, echt.. Und nu?" - "Hey das hab ich gehört" sprach die Fee "Wie wärs mit Wohngeld? Das kriegt doch wirklich jeder Idiot".

"Hallo, hier is das Wohngeldamt. Wer sind denn Sie"
"Ein Hufschmied. Wie läuft das denn so, mit dem Wohngeld"
"Ach so. Ich hätte nur ein, zwei völlig unbürokratische Fragen, dann bekommen Sie direkt einen Haufen Geld."
"Poh, toll! Her mit den Fragen"
"Gut. Wie heißen Sie, wo wohnen Sie? Wieviel Geld haben Sie, wieviel verdienen Sie? Ich brauche Bescheinigungen vom Arbeitsamt, dem Arbeitgeber, der Wohngeldstelle München, eine Verdienstbescheinigung, eine Skizze Ihrer Wohnung, eine Erklärung über ihre WG-Verhältnisse, einen Nachweis über Ihr Studium, eine Erklärung von der Mutter, vom Vater, eine Kopie des Arbeitsverhältnisses und Mietvertrages, einen Untermietvertrag, eine Mietquittung und eine Vermieterbescheinigung. Und wehe, Sie verdienen zu wenig, dann glauben wir Ihnen nämlich gar nichts mehr und Sie kriegen kein Geld"
"Cool, das hab ich alles grad zufällig in meiner Hosentasche dabei. Hier bitte."
"Danke. Hier ist dann direkt ihr Riesenhaufen Geld (85€)" (überreicht einen Riesenhaufen Geld).
"Danke. Na das war ja einfach. Danke Vater Staat. Wenn das so leicht ist, warum macht das dann nich gleich jeder so?"

Und so lebte der Hufschmied glücklich und in Reichtum bis an sein Lebensende. Beruhigt und getragen von dem wohligen Gefühl der sozialen Gerechtigkeit in seinem Lande.