Montag, 20. März 2017

When 7 years pass...

... unfassbare 7 Jahre ist mein letzter Post nun her. Zumindest hier auf flocologne.de
Aber ihr habt Glück: Das tägliche Hoffen auf einen neuen Post hat nun ein Ende. Ich probiere die Frequenz der Veröffentlichungen wieder etwas zu steigern (vielleicht kommt der nächste Post jetzt schon in 5 Jahren, wer weiß ;)

Alle 7 Jahre ändert sich ein Mensch mehr oder weniger komplett, sagt man. Das verflixte siebte Jahr.. Was aber ist seit meinem letzten Eintrag passiert?
  1. Die Fotos in meinem letzten Eintrag sind verschwunden
  2. Ich habe geheiratet
  3. Mein Nachname
  4. for (i=1; i<2;i++) {Kinder++};
  5. Ich bin zwei mal umgezogen
  6. Ich habe ein Auto gekauft
  7. Ich habe die Firma gewechselt
  8. Mein Moped wurde geklaut
  9. Ich habe mein Soll mit der Schwebebahn erfüllt (einmal im Leben ...)
  10. Tipp-Kick TV gibt es nun auf YouTube
Diesem unsteten Leben stehen aber auch Konstanten entgegen, die Sicherheit bieten:
  1. Bochum ist immer noch in der zweiten Liga
  2. Ich mag nach wie vor Altbier
  3. Mein Fernseher hat bis heute überlebt!
  4. Und meine Playstation 3 auch
  5. Sollte das tatsächlich schon alles gewesen sein? Peinlich!
Ying und Yang. Was hat sich bei Euch getan? Habe ich überhaupt noch Leser? Hatte ich je welche?

Dienstag, 14. September 2010

Eine beschauliche Bahnreise von Köln nach Düsseldorf



Es begab sich im August diesen schönen Jahres. Zum Antritt meines neuen Jobs musste ich bis zu meinem Umzug noch zwei Wochen von Köln nach Düsseldorf pendeln. Keine weite Entfernung sollte man meinen. Eine kurze Fahrt durch das beschauliche Rheinland, also überschaubar im Preis. Doch hier sollte ich mich täuschen.

So einfach ist es nämlich nicht mit dem Rheinland. Die Rivalität zwischen der Vorherrschaft am Rhein ist bekannt, der Kampf Kölsch gegen Alt ist allgegenwärtig. Dass sich zwischen diesen beiden Städten aber auch die Grenze zweier Verkehrsverbunde zieht, war mir neu. Düsseldorf gehört nämlich noch zum „VRR“, dem Verband Rhein-Ruhr, während sich ab Köln der „VRS“ - der Verband Rhein-Sieg – zieht. Damit nicht genug: Für den S-Bahn Verkehr zwischen den beiden Regionen ist nach wie vor die deutsche Bahn zuständig – Fahrscheine gibt es jedoch beim Automaten des Verbandes.


 „Genug der Verwirrung, auf nach Düsseldorf“, so das Motto. Also kaufte ich mir eine Wochenkarte für den immerhin doch stolzen Preis von 55,40 € am Automaten in Köln. Zahlen konnte ich per EC Karte, Preisstufe 5. Auf dem Fahrschein stand dann der Vermerk „Nur gültig mit eingetragener Nummer der Kundenkarte“.


„Hä, welche Kundenkarte“ dachte ich. Einen Verweis darauf gab es beim Verkauf nicht. „Naja, wird schon seine Richtigkeit haben“. Der Ansicht war der Kontrolleur in der S-Bahn leider nicht. „Bitte mal ihre Kundenkarte“. „Ich habe keine. Ich habe gerade diese Wochenkarte gekauft, ich habe kein Abo oder so“. „Dann mal bitte den Personalausweis. Macht 40 € wegen Schwarzfahren“. „Bitte!? Ich soll nicht ernsthaft noch 40 € zahlen.. Ich habe gerade 55,40 € für eine Wochenkarte gezahlt. Hier ist mein Beleg“. „Der ist ungültig ohne Kundenkarte. Klären Sie das mit dem Kundencenter, wenn Sie der Meinung sind, Sie seien im Recht“.


Der Herr im Kundencenter war dagegen erstaunlich kooperativ. „Da erzählen se mir nichts Neues, wir finden da auch bescheuert. Dennoch müssen wir anstatt der 40 € wenigstens 7 € Bearbeitungsgebühr erheben. Aber wegen der Sache stehen täglich 20 Leute hier.“


So einfach ist die S-Bahn Welt im Kundencenter am Hauptbahnhof Köln also. Zwei Punkte verstehe ich aber nach wie vor nicht:



  • Warum gibt der VRS Automat keinen Hinweis darauf, dass die zu erwerbende Karte in der Form keine Gültigkeit besitzt? Am Gleis bekomme ich die Kundenkarte nicht, aber Hauptsache der Automat nimmt EC.
  • Warum kaufe ich überhaupt eine Karte? In den zwei Wochen habe ich zwei Tickets gekauft (je 55,40 €) und wurde zwei mal kontrolliert. Hätte ich nur das Schwarzfahren gezahlt, hätte ich 30,80 € gespart (plus die 7 € Bearbeitungsgebühr).

Dienstag, 8. Dezember 2009

Jetzt oder nie - Ultramanie !!

Deutsche Fankurven sind fröhlich und laut, schrill und bunt. Für den neutralen Zuschauer immer wieder beeindruckend, die Fernsehbilder zu sehen, große Blöcke mit riesigen Choreographien. Von den Medien einerseits gehypet, andererseits niedergeschmettert. Doch wem verdanken wir diese Stimmung? Den treuesten der treuen, den Fans, die den Verein über alles lieben und mit ihm zur Not bis hinunter in die Kreisliga A gehen würden, den Ultras.




Doch stimmt das überhaupt? Wer sind Ultras? Was wollen Sie? Wollen Sie uns, und wollen wir Sie?

Der Begriff Ultra ist in meinen Augen schwer zu fassen. Ultras definieren sich selbst auch ganz unterschiedlich. Sie werden oft einfach als "fanatische Fans" gesehen, aber das alleine reicht nicht aus. Es ist eine feste Gruppierung, in sich geschlossen mit festen Strukturen und Hierarchien. Es gibt einen Capo, er steht mit den Rücken zum Spielfeld und sieht es als seine Aufgabe an, den Fanblock anzuheizen. Die Gruppe trägt keine Trikots, erst recht keine Kutten. Teilweise nichts, was auf den Verein schließen läßt. Entweder einfach schlichtes schwarz, oder etwas Gruppen-Internes, eine Ultra-Kollektion. Ultras sind gegen Kommerz, den modernen Fussball, Willkür bei der Vergabe von Stadionverboten und nicht-Traditionsvereine. Sie treffen sich, malen Transparente und bereiten Choreographien vor. Und sie sind keine Hooligans, auch wenn das die Medienlandschaft bis heute nicht richtig kapiert hat.

So weit so gut. Alles lobenswerte Ziele, gegen die ich im Prinzip nichts einzuwenden habe. In der 11Freunde Ausgabe vom Dezember 2008 wurde die Ultra Bewegung beschrieben, dabei ist mit der provokante Satz im Gedächtnis geblieben "Ultras machen die Stimmung in den Stadien kaputt". Damals konnte ich damit nichts anfangen, so langsam verstehe ich aber, was wohl gemeint sein muss..

In letzter Zeit gehen mir Ultras nämlich auch ziemlich auf den Nerv (man darf dabei sicher nicht alle in einen Topf werfen, aber die Tendenz geht in die Richtung). Die Ultra Bewegung verliert in meinen Augen das wesentliche Ziel aus den Augen: die Mannschaft zu unterstützen und mit den Fans gemeinsam für eine gute Atmosphäre zu sorgen. Pubertierende Jugendliche nennen sich Capo und stehen auf dem Podium im Block. Die ganze "Stimmung" wird angeleitet. Sie ist unabhängig vom Verlauf des Spiels (das der Capo ja ohnehin nicht sieht). Wenn situationsbedingt Fans mal wagen, etwas anzustimmen, wird es teilweise durch den Capo unterbunden, mit einer Geste, man möge ruhig sein. Dann leitet er ein Lied an, was aber gefälligst dann alle mitzusingen haben. Ist es ihm nicht laut genug oder machen nicht genug Leute mit (oder ist es davon unabhängig!?), brüllt er permanent in bester 9Live-Moderatoren-Manier mit hochrotem Kopf Sachen wie "lauter!!" - "was ist denn los mit euch??" - "wacht mal auf jetzt!!" in die eigenen Fans.

Ganz ehrlich, liebe Ultras: Ich bin mit leib und Seele mit dabei, gehe vielleicht länger zum Fussball, als ihr Jahre alt seid. Aber ich möchte gerne selber entscheiden, wann und was ich mitsinge und wie laut. Durch eine höher erzwungene Lautstärke kann ich beim besten Willen auch einfach keine bessere Stimmung im Block erkennen. Und es soll sogar Fans geben, die noch aufs Spielfeld gucken, und sich auch mal ärgern, wenn die Mannschaft den letzten Rotz zusammenkickt.

Wie glaubwürdig es ist, wenn 15jährige Ultras (seit einem halben Jahr dabei, seit 3 Monaten in der Pubertät) beschwören, für immer und ewig zur Mannschaft zu stehen, egal wie schlecht die Zeiten auch werden sollten, mag mal dahingestellt sein. So hat es sie sicher vor diesem halben Jahr auch nur durch völligen Zufall zu einem Verein getrieben, der im oberen Drittel der ersten Bundesliga steht.

Die Ultra Bewegung tut sich in meinen Augen keinen Gefallen damit, sich zunehmend von den herkömmlichen Fans zu distanzieren und gegen Sie zu arbeiten. Es sollte vielmehr das Ziel sein, wieder gemeinsam etwas für den Verein zu tun. In welcher Form auch immer, soll doch bitte jedem selbst überlassen bleiben. Sonst werden sich immer mehr Fans von den Ultras abwenden und die Stimmung tatsächlich - wie in der 11Freunde beschrieben - darunter leiden. Und das will doch eigentlich niemand.